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Mein Auslandshalbjahr in Tennessee, USA
 

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Abflugtermin und Visumskram

Da ich ja echt früh meine Gastfamilie bekommen habe, war ich glücklicherweise ja gar nicht in der Situation, fieberhaft auf einen Brief der Organisation warten zu müssen. In den letzten Wochen hatte ich dann aber trotzdem das Gefühl, dass irgendwas falsch läuft, denn ich hatte zwar die Familie, aber immer noch keinen Abflugtermin (!). Das hat mich halt langsam aber sicher rasend gemacht.

Aber als ich dann eines schönen Donnerstagnachmittags aus der Schule kam, wartete schon ein sehr vielversprechend aussehender Brief von TravelWorks auf mich. Und siehe da: mein Abflugtermin ist der 26.Juli!!!
TravelWorks legt 6 Abflugtermine fest und jedem Termin wird eine bestimmte Zahl an Teilnehmern zugeordnet.
Und der 26. Juli ist der allererste von den 6 Terminen!

Also werde ich zu den Teilnehmern zählen, die als erste vom Seminar in New York berichten können und als erstes (nämlich am 29.Juli) bei ihren Gastfamilien ankommen werden.

Schon ziemlich krass, da wartet man sooo lange und denkt sich immer "Ach, ist ja noch lange hin, bis du fliegst" und dann von jetzt auf gleich sind's nur noch 1 Monat und 7 Tage!!!!!!!!!!!!!

Das einzig nicht so schöne an dem Abflugtermin ist, dass ich wohl die kürzesten Sommerferien meines Lebens haben werde, dieses Jahr. Denn hier bekommen wir ja erst am 23.7 Ferien, der 25. ist also mein erster Ferientag. Und am Tag danach geht's ja auch schon sofort los... Zum Glück hab ich dann in den USA immerhin noch ca. eine Woche frei, bis die HighSchool anfängt!

Als nächstes Stand für mich dann die Beantragung des Visums für mich an.
Das Visum muss man persönlich in einem der drei Konsulate (München, Berlin, Frankfurt) beantragen. Vorher muss man allerdings im Internet einen Termin machen und 12389798789 Formulare online ausfüllen.

Ganz ehrlich, dieses Visumszeugs hat alles bisher da gewesene in seiner Kompliziertheit übertroffen! Was man da alles angeben musste... Aber anscheinend ist es wohl notwendig...
Naja, heute habe ich den ganzen online-teil vervollständigt und am 1.Juli geht's dann ab zum Konsulat nach Frankfurt...

Hoffentlich klappt da alles reibungslos...

1 Kommentar 19.6.11 15:49, kommentieren

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07.05.2011:

Wouh, mir schwirrt noch ganz schön der Kopf von den ganzen Informationen mit denen ich und eine Menge anderer zukünftiger Austauschschüler da heute bombadiert wurden. Aber hilfreich war es, das Vorbereitungsseminar in Saerbeck, dass von der Austauschorganisation TravelWorks organisiert worden war. Und teilweise hat es auch echt Spaß gemacht und ich hab schon eine Menge netter Leute kennengelernt, die in der selben Situation sind wie ich und mit einigen von ihnen werde ich hoffentlich bald in einem Flieger nach New York sitzen Um 10.15 Uhr fing das Seminar mit einem Vortrag für die Eltern&Schüler an. Zwei TravelWorks-Mitarbeiterinnen hielten gemeinsam mit 3 Returnees (Rückkehrer aus den USA oder Kanada) eine Power-Point-Präsentation ab. Es ging um Versicherung, Visum, Gepäck, Flug, Heimweh, Probleme mit der Gastfamilie usw. Zwischendrin war immer wieder Zeit für Fragen und im Großen und Ganzen wurden bereits hier alle Fragen meiner Eltern und auch die meisten meiner Unklarheiten beseitigt. Um ca.13 Uhr wurden die Eltern dann verabschiedet und für uns Schüler ging's zum Mittagessen, das an einem Pizza-Wagen eingenommen wurde. Ich kannte wirklich niemanden von den Leuten da. Ihr müsst wissen, früher war ich ziemlich, ziemlich schüchtern. Mittlerweile hat sich das echt gelegt, aber es ist nicht immer ganz so leicht für mich, auf Fremde zu zugehen. Das werde ich in den USA aber wohl ständig machen müssen und deshalb sah ich das Vorbereitungsseminar als kleine Trainingseinheit Also stellte ich mich sofort zu zwei nett aussehenden Mädchen, die gerade über Gastfamilien redeten. "Wie sieht's denn bei euch mit der host family aus?", fragte ich. Und schon war eine lustige und echt interessante Unterhaltung entfacht. Es kamen immer mehr Mädels in unseren Kreis und nachher waren zu sechst. Die anderen waren wirklich super nett und wir konnten uns total super über unsere Gastfamilien (in so fern wir schon welche hatten) und über all unsere bisherigen Erfahrungen. Das Essen wurde zur Nebensache. Es wäre echt super cool, wenn ich einige von ihnen auf dem Hinflug wieder treffen würde und mit ihnen die Tage in New York verbringen könnte. Wir haben Handy-Nummern & co getauscht um uns gegenseitig über unsere Abflug-Termine auf dem Laufenden zu halten Nach der Mittagspause gab's dann erstmal eine weiter Power-Point-Präsentation von CIEE-Mitarbeiter Peter. Peter war zu Gast hier in good old Germany und arbeitet im CIEE-Hauptsitz in Portland, Maine. Da er kein Deutsch sprach, hielt er seine Präsentation auf Englisch, das aber größtenteils gut verständlich war In Peters Vortrag ging es noch einem kurz um die oben schon genannten Themen. Er machte uns nochmal unmissverständlich die Ernsthaftigkeit der Programm-Regeln klar. Natürlich wussten wir alle schon von den strengen Regeln. Aber dass man selbst bei der klitzekleinsten Beinahe-Abweichung in Bezug auf die 3 D's (Drinking, Driving& Drugs) dem Programm verwiesen und nach Hause geschickt werden kann, das wurde uns echt erst durch Peters krasse Beispiele klar! Nach seinem Vortrag hatten wir wieder die Möglichkeiten Fragen zu stellen. Das war natürlich nicht so leicht, da Peter eben nur Englisch sprach und verstand. Aber es lohnte sich wirklich, denn so bekam man die Info's sozusagen aus "erster Hand" Später, nach einer Fragerunde mit den Returnees, ging es dann wieder um spaßigere Dinge: In kleinen Gruppen mussten wir mit Hilfe eines mitgebrachten Gegenstands (in der Einladung stand, man solle etwas mitbringen, das etwas über einen aussagt) etwas über uns erzählen. Ich hatte einfach eine alte Medaille vom Fußball mitgebracht, die wir auf einem internationalen Turnier in Holland gewonnen hatten. In der Gruppe musste dann der beste und interessanteste Gegenstand ausgesucht werden und die Person, die diesen mitgebracht hatte, sollte ihn vor dem ganzen Saal präsentieren. Da waren echt coole Sachen bei: Eine Ukulele, Fotos, Sportschuhe und sogar ein Fahrrad-Rad :D Dann fanden noch ein Wer-wird-Millionär-Spiel mit Fragen zum Thema Highschool-Year statt und später bekam noch jede Gruppe eine Situation zugeordnet, die sich mit einem Problem befasste, dass während des Auslandsaufenthaltes mit großer Wahrscheinlichkeit auftreten kann. Zu diesem Problem musste sich jede Gruppe Lösungen einfallen lassen und diese vortragen. Wir machten das in Form eines kleinen, seeehr kurzen Schauspiels :D Am Ende gaben uns die echt netten TravelWorks-Mitarbeiterinnen noch eine verdammt ungewöhnliche Aufgabe: Wir sollten einen Brief an uns selbst schreiben, in dem wir unsere Wünsche, Erwartungen und momentanen Gefühle festhalten. Den Brief sollten wir dann in einen Umschlag stecken, Namen, Gastland& Sommer 2011 drauf schreiben und in einen Korb werfen. "Diese Briefe werden wir euch am Ende eures Aufenthalten zusammen mit eurem Wellcome-Home- Packet zusenden." Da haben wir wohl alle ziemlich komisch geguckt. Aber eigentlich ist das ne' richtig coole Idee. Ich bin ja mal echt gespannt, was ich denke, wenn ich in ca. einem 3/4 Jahr diesen Brief öffnen werde. Wahrscheinlich lach ich mich tot :D Dann bekamen wir noch unser knallgelbes TravelWorks-T-Shirt, das wir dann auch bei der Ausreise in die Staaten tragen sollen. Da wurde dann zu guter letzt noch einmal klar: Bald wird es ernst...

1 Kommentar 7.5.11 20:48, kommentieren

28.01.2011: The host family says hello :)

Es ist jetzt zwar schon ein bisschen her, aber ich erinnere mich noch ganz genau an diesen Tag: Ich kam nach der Schule nach Hause und aß ganz normal zu Mittag. Als ich dann fertig war mit Essen, verkündete meine Mutter: "Ach du, da ist übrigens ein Brief von TravelWorks gekommen." Ich dachte: Wahrscheinlich ein Rundbrief oder so... Ich sage euch, ich hab wirklich mit allem gerechnet, aber NICHT damit: Gelangweilt öffnete ich den Briefumschlag und begann den Brief zu überfliegen (Ich habe die dumme Angewohnheit Briefe manchmal von unten nach oben zu überfliegen) Plötzlich, als mein Blick auf den oberen Teil fiel, traute ich meinen Augen nicht mehr: Die Worte pulsierten praktisch in meinem Hirn: "HEUTE IST DER GROßE TAG GEKOMMEN". Und direkt dadrüber: PLATZIERUNG. Ich wusste sofort, was Sache war: ICH HATTE EINE GASTFAMILIE!!!!!!!!!!!!! Ich war dermaßen platt: Damit hatte ich echt Null gerechnet! Ich weiß, die meisten rennen jeden Tag als erstes zum Briefkasten und gucken nach, ob sie endlich eine host family haben. Mir ging das kein Stück so, schließlich hatte ich die Application ja erst vor wenigen Wochen vervollständigt. Nie hätte ich gedacht, dass die Vermittlung so schnell geht!!! Schließlich bekommt man seine Gastfamilie in den meisten Fällen ja erst ca. 1 Monat vor Abreise. In dem Moment hatte ich gar nicht die Ruhe den kompletten Text zu lesen: Ich blätterte einfach weiter, sog nur die wichtigsten Worte in mein Hirn auf: Germantown, Memphis, Tennessee stand da. (Jaa, der Vorort von Memphis, in dem meine Gastfamilie wohnt, heißt lustiger weise Germantown :D) Ich las, dass meine Schule die Germantown High sei und endlich kam ich zum Kern des Ganzen: meine Gastfamilie. Nacheinander wurden dann alle Familienmitglieder mit Namen, Geburtsdatum und Beruf aufgelistet: Der Gastvater, die Gastmutter und die beiden 14-jährigen Gastschwestern. Ich sage euch, in diesem Moment meißelte sich ein breites Grinsen in mein Gesicht und als ich dann die Fotos von Familie&Haus sah und ihre super nette Selbst-Beschreibung las, war ich erst recht überglücklich. Alles passte: Sogar einige Interessen stimmen überein Ich habe ihnen dann sofort eine Mail geschickt und mittlerweile besteht ein enger Mail- und Facebook- Kontakt Sie sind echt super nett und ich kann es gar nicht erwarten sie "live" zu sehen und für einige Zeit Teil ihres Lebens zu sein.

1 Kommentar 7.5.11 19:59, kommentieren

Application- Mein bester Freund das Wörterbuch

Ungefähr eine Woche später bekam ich dann die "Application" (also die sehr ausführliche verbindliche Bewerbung incl. Vertrag) zugeschickt. Die Bewerbungsmappe muss teils per Internet und teil handschriftlich ausgefüllt werden. Ich sag's euch ganz ehrlich: Der ganze Blätter-Salat wirkte echt abschreckend!!! Trotzdem wollte ich das Ganze so schnell wie möglich hinter mich bringen, schließlich hatte man erstens nur einen Monat Zeit (hört sich jetzt viel an, aber man sollte bedenken, dass man alle möglichen Informationen und Daten zusammensuchen muss: Impfungen, Daten von Krankenhausaufenthalten, ein ärztliches Gutachten, schriftliche Kommentare von Lehrern usw und auch der Brief an die potentielle Gastfamilie muss noch geschrieben werden). Also legte ich sofort los. Erstmal kam ich überhaupt nicht mit der Internetseite klar, aber ein Anruf bei TravelWorks brachte langsam Licht ins Dunkle. Hat echt gedauert, bis ich da durchgestiegen bin... Mit dem Ausfüllen der Fragebögen und co kam ich eigentlich ganz gut klar, aber beim Arzt musste ich gefühlte 13489980 mal anrufen, damit er das Gutachten rechtzeitig ausfüllte. Und auch für den Hostfamily-letter hab ich einige Zeit gebraucht. War gar nicht so einfach, den Leuten "dahinten" zu zeigen, wer man ist, wie man lebt und was man sich von einem Auslands(halb)jahr verspricht.Außerdem muss man es ja auch irgendwie hinkriegen ein möglichst gutes Bild von sich entstehen zu lassen... und das alles ja auch noch auf Englisch! Also richtig einfach war das nicht und mein Wörterbuch habe ich echt noch nie in so kurzer Zeit so oft benutzt. Ich sag ja: Mein bester Freund das Wörterbuch :D Letztendlich hab ich's aber glaube ich noch ganz gut hinbekommen Größere Probleme hatten da jedoch meine Eltern, denn auch sie mussten einen Brief an die Gasteltern schreiben, in dem sie mich vorstellen und erzählen, wie ich so bin und worauf sie bei meiner Erziehung wert legen...solche Sachen halt. Also verfasste meine Mutter einen ca. 2-seitigen Brief über mich. Sie hat sich echt Mühe gegeben, aber das ganze leeeeider auf Deutsch :D Unglücklicherweise war Papa&ihr wohl nicht ganz klar gewesen, dass auch dieser Brief auf Englisch verfasst sein sollte und NICHT von der Organisation übersetzt wird. Da waren sie ganz schön geschockt, als es plötzlich hieß "do it in English, please". Da meine Eltern zwar Grundkenntnisse in Englisch haben, die aber nicht für einen kompletten Brief reichten und uns nur noch wenige Tage bis zur "Deadline" blieben, versuchte Mama erstmal ihre Cousine in Amerika zu kontaktieren, die ihr den Brief dann übersetzen sollte. (Ja, sie hat extra in den Staaten angerufen und ihrer Cousine das ganze dann per Mail zur Übersetzung zugeschickt). Allerdings ging das nicht so schnell wie sie gehofft hatte, wegen der Zeitverschiebung und so. Aaaalso blieb nur noch eine Möglichkeit: Ich musste wieder ran und den Brief übersetzen. (Womit ich auch kein Problem hatte, schließlich handelt es sich ja um die Verwirklichung MEINER big adventure.) Nachdem das endlich geregelt war, schickten wir die Application und den unterzeichneten Vertrag, inclusive einer Kopie der Reisepasses ab. Mein Gott, war ich erleichtert, als diese Zettel-Wirtschaft endlich aus dem Haus war... Aber leider war das ganze wohl doch noch nicht komplett erledigt... Ein paar Tage später kam nämlich ein Anruf von TravelWorks: Ich hätte vergessen ein Foto-Album im Internet zu erstellen, das der Gastfamilie mit meiner Bewerbung vorgelegt wird. Soweit stimmte das auch, ich hatte keine Fotos hochgeladen. Aaaber: "Vergessen" war hier nicht das richtige Wort :D Ich hatte gedacht, diese Fotos wären ein freiwilliger Zusatz gewesen, um die potentielle Gastfamilie von einem zu überzeugen. Falsch gedacht. Das Fotoalbum gehörte zum Pflicht-Teil der Application für die amerikanische Partnerorganisation CIEE. Also gab man mir noch eine Woche Zeit, um Fotos, "die der Gastfamilie Einblick in mein Leben geben", auf eine Internetplattform hochzuladen. Diese Fotos sollten schon einigermaßen vernünftig sein. Da sollte der Onkel auf dem Familienfoto wohl besser keine Bierflasche in der Hand halten und die beste Freundin auf einem, im letzen Sommer geschossenen Bild, mehr anhaben als nur einen Bikini. Als ich genug Bilder gefunden hatte, an denen es nix auszusetzen gab, lud ich sie alle hoch und ENDLICH war das Kunstwerk vollbracht :D )) Man muss ehrlich sagen: Die Application ist keine einfache Angelegenheit, aber wer eine hoffentlich zu einem passende Gastfamilie verlangt, der muss das ganze halt hinter sich bringen. Außerdem tut man das ganze ja auch um seinem Traum noch ein Stück näher zu kommen

1 Kommentar 7.5.11 19:31, kommentieren

19.10.2010: Vorstellungsgespräch

Am Dienstag, den 19. Oktober 2010 hatte ich also mein Vorstellungsgespräch bei der Austauschorganisation TravelWorks in einem Vorort von Münster.
Als wir das Büro-Gebäude betraten, war ich eigentlich überhaupt nicht aufgeregt. Das Büro und die Leute da vermittelten einem eigentlich ein recht lockeres Gefühl, sodass es für Nervosität einfach mal so gar keinen Grund gab

Nach ein paar Minuten wurden meine Eltern und ich von einer total netten jungen Frau in ein Büro gerufen, wir bekamen alle was zu trinken und wie sich herausstellte war die Frau, die neben ihrem Studium für TravelWorks arbeitete, mein Interviewerin. Da sie echt nett war lief das ganze ziemlich gelassen ab. Zuerst fragte sie mich, wieso ich überhaupt in die USA gehen wolle. Ich war mir schon im Voraus sicher, dass Fragen wie diese kommen würden und hatte mir schon ein paar Antworten im Kopf zurecht gelegt. Als ich damit durch war, durften meine Eltern Fragen stellen.

Irgendwann schickte die Interviewerin meine Eltern dann raus und fing an mich auf Englisch zu befragen. Die Antworten trug sie in einen Fragebogen der amerikanischen Partnerorganisation CIEE ein. Im Nachhinein stellte sich raus, dass ein Teil meiner Antworten auch in die Bewerbung an die Gastfamilien miteinfloss. Darauf war ich echt nicht gefasst gewesen und kam bei Fragen wie "How would you describe your best friend", ziemlich ins Schleudern. Ich meine, klar hab ich eine beste Freundin (Küsschen an Anni), aber die dann mal eben so aus dem Stehgreif auf Englisch zu beschreiben und dann noch so, dass eine potentielle Gastfamilie einen möglichst positiven Eindruck von einem bekommt, das war nicht so leicht :D Ich habe dann einfach irgendein völlig zusammenhangsloses Zeug geredet, aber scheint wohl nicht geschadet zu haben :D

Danach folgte noch der sogenannte SLEP-Test, ein Ankreuz-Test zum Lese-und Hörverstehen (auf Englisch natürlich!) Irgendwie hat der mich stark an die Lernstandserhebung aus der achten Klasse erinnert, nur das er am Anfang so einfach war, dass ich dachte, sie hätte mir vielleicht aus Versehen den falschen Test gegeben. Aber spätestens bei den hinteren Übungen zum Leseverständnis wurde es etwas schwieriger und beim letzten Text (in dem es um die chemische Reinigung eines Swimming-Pools ging :D) verstand ich, wenn's hochkam jeden sechste Wort :D Der Test dauerte insgesamt wohl so ungefähr 2 Stunden (oder so) und danach durfte ich gehen.



Einige Tage später kam dann ein Brief von TravelWorks, dass ich den SLEP-Test bestanden hätte und für das High School-Programm akzeptiert wäre

Mit dem Satz "In einigen Tagen senden wir ihnen den endgültigen Vertrag und die Bewerbungsunterlagen unserer amerikanischen Partnerorganisation zu." ging der Wahnsinn erst so richtig los.

2 Kommentare 2.5.11 16:46, kommentieren

Eine Organisation, zwei Organisationen...2347575872 Organisationen!

Zwecks seriöser Überzeugungsarbeit hatte ich für meine Eltern schon ne' ganze Menge Info's rund um's Thema Auslandshalbjahr rausgesucht.

Aber jetzt wurde die Suche erst: Es ging darum die passende Austauschorganisation zu finden.
Das heißt, die Organisation, die sich von der Vermittlung an eine Gastfamilie in den USA, über's Visum, bin hin zum Flug, um alles kümmert.

Ich googelte also erstmal fleißig drauf los.
Ohne Witz, mir fielen fast die Augen aus, bei der Welle von Angeboten die meinen Laptop überfluteten.
Niemals hätte ich gedacht, dass es good old Germany so viele dieser Austauschorganisationen gibt. Die Seite nahmen kein Ende... Wie sollte man bloß da den Durchblick finden?!

Nach einiger Zeit konnte ich mich in dem Wirrwarr schon besser orientieren und so bestellte ich von den Organisationen, deren Internetseiten mir besonders gut gefielen, von denen ich schonmal gehört hatte oder die bei Test gut abgeschnitten hatte, kostenlose Kataloge.
So kam es, dass meine Eltern und ich eines Tages in einem Meer von Broschüren und Prospekten saßen.
Wir verglichen, verglichen und verglichen: Preise, Leistungen, Erfahrungsberichte, die Entfernung zu unserem Wohnort, aber auch Fotos( ja, auch die Fotos, denn wie wahrscheinlich ist es, dass ein supertolles Hochglanzfoto, auf dem zwei perfekt aussehende Mächen, in optimales Licht getaucht, vor einem Spind, im perfekten Prototyp einer amerikanischen Highschool stehen, tatsächlich der Wirklichkeit entspricht?)

Nach einigen Tagen hatten wir unsere Favoriten gefunden.
Nach einigem Hin-und Her fiel unsere Wahl auf TravelWorks, eine Austauschorganisation aus Münster.
TravelWorks wirkte seriös, freundlich und realistisch und vor allem die Nähe zu unserem Wohnort überzeugte uns. Außerdem bietet TW (wie auch einige andere Organisationen) ein echt cooles Extra: neben einem Vorbereitungsseminar in Deutschland findet nach Ankunft in den USA noch ein 4-tägiges Orienterungsseminar in New York statt. Ja, richtig gehört, New York, die Stadt der Städte! Wer findet das bitte nicht cool?!
Dafür ist der Preis bei TW zwar ein wenig höher, aber mein Vater war der Meinung: "Wenn du schonmal da runter fliegst, solltest du dir das auf keinen Fall entgehen lassen. Wer weiß, wann du so eine Chance nochmal bekommst?" (Richtig so, Papa! Klar, sollte man sich von so einem Extra nicht blenden lassen, aber wenn ansonsten bei der Organisation alles stimmt... warum dann nicht?! )

Schnellstmöglich schickte ich also die unverbindliche Bewerbung an TravelWorks ab! (Normalerweise sollte man sich bei mehreren Organisationen bewerben, da ich aber noch relativ früh dran war, mit meiner Bewerbung, dachte ich, falls TW absagen würde oder mir nach dem Vorstellungsgespräch nicht mehr gefällt, hätte ich immer noch genug Zeit, um mich bei anderen zu bewerben.)

Ein paar Tage später kam dann auch schon der ersehnte Anruf aus Münster und mit ihm die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch

1 Kommentar 29.4.11 22:57, kommentieren

Wie alles begann...

Erstmal ein dickes Hallo an alle, die meinen ersten Eintrag in diesem Blog hier lesen!

Aaaalso, in diesem ersten Eintrag möchte ich euch ein wenig darüber erzählen, wie ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, mich für ein halbes Jahr aus dem Staub zu machen und wie aus dem Traum letztendlich Wirklichkeit geworden ist... (Naja, eigentlich kann man das nicht so sagen, denn bis ich nicht den ersten Fuß auf amerikanischen Boden gesetzt habe, kann immer noch, aus welchem Grund auch immer, etwas schief gehen und im schlimmsten Fall müsste ich dann doch noch hier bleiben :/ Hoffentlich nicht!!!)

Ich bin schon immer echt gerne gereist, meine Eltern haben sich immer Mühe gegeben mir möglichst viel von Deutschland und Umgebung zu zeigen und dafür bin ich ihnen echt dankbar, denn ich glaube ich bin schon in so ziemlich jedem Winkel von Deutschland gewesen und oft genug haben wir es auch aus Deutschland raus, bis nach Italien, Spanien, Polen oder Frankreich geschafft.
Irgendwann, als ich noch ziemlich klein war, habe ich angefangen, mich zu fragen, wie es wohl wäre, wenn ich in einem anderen Land geboren wäre und dort leben würde.
Nach einer Menge Reisen quer durch Europa und nachdem ich mit dem Schüleraustausch meiner Schule zwei Wochen in einer französischen Gastfamilie verbracht und da auch die Schule besucht hatte, wusste ich, dass das Leben dort nicht großartig anders ist. Ok...doch, es gibt eine Meeenge Unterschiede, aber irgendwie fühlt es sich trotzdem noch so "nebenan" an. Nachbarland, halt...
So schön ich es hier und in Frankreich auch finde, das war mir immer noch nicht weit genug weg...

Und so kam irgendwann für mich der Wunsch auf nach Amerika zu reisen. Und wie sollte man den echten "American way of life" besser kennenlernen als mit einem "Highschool Year"? 
Hier bei uns kennt man die USA aus Hollywoodfilmen, Sitcoms und einfach, weil sie in den Medien allgegenwertig sind. Aber mich interessiert einfach, wie es "da hinten" wirklich ist. Was ist das für ein Gefühl, in so einem großen, einflussreichen Land zu leben? Gibt es den berühmt-berüchtigten School-Spirit wirklich? Wie ist das so, tatsächlich auf eine waschechte amerikanische Highschool zu gehen? Ist das Schul-Essen wirklich so eklig, wie man immer hört und stimmt es, dass die Amerikaner ihr Land mehr lieben als alles andere?

Als ich meinen Eltern meine Idee eröffnet habe, waren die wirklich alles andere als begeistert. Ihr müsst wissen, ich bin wohl so ziemlich die einzige in unserer Familie, die gerne diskutiert, der Rest neigt eher dazu, sich entweder sofort, unmissverständlich dagegen auszusprechen ("Das glaubst du doch wohl selber nicht", oder einfach ein schlichtes "NEIN" oder wie mit Patafix festgeklebt an seinem Standpunkt hängen zu bleiben und manchmal (husthust) neigt meine Familie (die ich echt sehr, sehr lieb habe) dazu, Meinungen, die von ihrer eigenen abweichen zu ignorieren und unter den eigenen Ansichten zu begraben.
Aber das bin ich mittlerweile echt gewöhnt und lasse mich für gewöhnlich nicht mehr so leicht abwimmeln. Und, um das Happy-End schonmal vorweg zu nehmen: Auch in dieser Angelegenheit habe ich sie letztendlich rumgekriegt (stellt euch mein triumphierendstes Lächeln und, wenn ihr ganz viel Vorstellungskraft habt, meine höchstpersönlich kreirtes Triumph-Tänzchen vor :D )
 
Ursprünglich war es mein Plan, nach der zehnten Klasse das komplette elfte Schuljahr im Ausland zu verbringen. Der klassische Weg also.
"Damit versaust du dir dein Abi!", höre ich die Stimme meines Vaters noch heute in meinem Kopf.
Und, ob es mir gefällt oder nicht, damit hat er Recht. In Zeiten von G8 ist es wohl nicht besonders klug, den Schulstoff eines ganzen Jahren zu verpassen (es ist nämlich nicht gesagt, dass im Gastland das gleiche Zeugs wie hier auf dem Lernplan steht). Und seit der Einführung von G8, die ich für absoluten Unsinn halte (ich DARF das sagen, ich gehöre zu den "Opfern", sammelt manbereits in der 11 Punkte für's Abitur.
Ein neuer Plan musste her!
Das Bildungsministerium und co empfehlen, Auslandsjahre ab jetzt ins 10. Schuljahr zu verlegen und danach wieder "nahtlos an die geplante Schullaufbahn anzuknüpfen" (wie ich diese Politiker-Ausdrücke manchmal liebe, da fühlt man sich doch so riiichtig motiviert, oder nicht?)
Aber auch bei diesem Plan hatten meine Eltern Bedenken, dass mir das ganze meinen Abschluss und damit meine komplette Zukunft versauen könne. Und ich muss sagen, mittlerweile finde ich es selber ziemlich riskant, das einzig wirkliche Einführungsjahr, was man in der Oberstufe hat, komplett zu verpassen. Klar, könnte ich den Stoff aufholen, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das hinbekommen würde, aber letztendlich ist es mir dann doch zu riskant, denn ein Schuljahr zu wiederholen geht für mich, wie schon erwähnt, gar nicht klar!

Aber was, wenn man nicht das ganze, sondern nur die erste Hälfte des Schuljahres verpasst? Schließlich bieten die meisten Austausch-Organisationen auch sogenannte "Auslandshalbjahre" an.
Und geboren war der Masterplan, der letztendlich auch meine Eltern überzeugte!

29.4.11 21:07, kommentieren